Das Gedicht ist wie ein tibetisches Tanka (heiliges Bild im tibetische
Buddhismus) aufgebaut, bei dem Inhalt und Form eins sind und sich gegenseitig
ergänzen und in ihrer Wirkung verstärken bzw. dem Betrachter
verschiedene Zugangs- und Verstehensebenen bieten. Es hat ebenso, wie
ein Tanka einen Eingang einen Weg und ein Ziel, welches sich im Inhalt
und der Form gleichermaßen ausdrückt.
Die Herzform ist ein archetypisches Symbol, welches den Weg des Menschen
und das Mensch-Sein symbolisiert.
Der Anfang des Menschen-Seins beginnt biblisch gesprochen im Sündenfall.
Da fällt der Mensch aus der Ganzheit des Gott-Seins oder dem Eins
mit dem Gott Sein heraus, in dem er Mann- und Frau-Sein bewusst unterscheidet.
Dieser Punkt des Sündenfalls ist im Herzsymbol dort zu sehen, wo
man beginnt das Herz, d.h. beide Herzseiten zu zeichnen. Hier driften
Mann und Frau (linke und rechte Seite) durch die Entwicklung des Egos
auseinander.
Heutzutage bewegen sich Mann und Frau aufeinander zu, sowohl äußerlich,
als auch innerlich (die beiden Seiten in jedem Menschen). Wenn Mann und
Frau, d.h. jeder Mensch innerlich und äußerlich die Ganzheit
verwirklicht, ist in der Herzform der untere Punkt, in dem die Linien
sich vereinen, erreicht, in dem der Mensch im vollem Bewusstsein und aus
freier Entscheidung wieder Eins ist mit Gott.
Das Gedicht ist somit im Inhalt und in der Form vollkommen. Es wurde auch
aus der Vollkommenheit durch das Tor des Herzens geboren, so wie auch
diese Vertiefung dazu.
Zur Zeile 1: Inhaltlich und äußerlich wird
auf das Wissen und die Weisheit aufmerksam gemacht, wie Frieden grundsätzlich
zu finden ist. Das auseinander geschriebene "Frieden geht.......durchs
Herz" zeigt, dass es vorerst nur ein intellektuelles Wissen oder eine
Vorahnung ist, die im Bewusstsein auftaucht, aber noch keine Einheit bildet.
Zur Zeile 2-3: Hierzu gehört auch noch das
Wissen und die Weisheit darüber, dass das Herz nicht der Platz des Gefühles
ist, sondern der Platz der absoluten Wahrheit. Der Fall aus dem Paradies
entstand, wenn man das alttestamentarische Bild heranziehen möchte,
als der Mensch die Bindung zu Gott, zu dem göttlichen Willen, die
durchs Herz stattfindet, abschnitt und damit das göttliche Wissen
und die Weisheit verlor.
Zur Zeile 4-5: Wenn der Mensch wieder durch
dieses Tor im Herzen gegangen ist und so die absolute Wahrheit wieder
findet und auch lebt, bewirkt dies einen Energiefluss der Liebe, der aber
nicht notwendigerweise mit einem Gefühl verknüpft ist. Das Gefühlszentrum
ist das zweite Chakra (zwischen Bauchnabel und Schambereich). Dieses Gefühlszentrum
ist meistens eng mit den egoistischen Kräften der Persönlichkeit
verbunden. Die Energie des Herzens ist frei vom Ego und ist der Platz
der (wahren) Liebe.
Zur Zeile 6-7: Der Energiestrom des Herzens
ist der Energiestrom Gottes, der sich einstellt, wenn wir unser wahres
Selbst leben, das eins ist mit dem göttlichen Wollen. So kann der Energiestrom
der Liebe auch etwas unangenehmes haben, weil er den Ego des Menschen
auflöst. Dieser Strom der Liebe folgt immer der absoluten Wahrheit,
dem Wissen und der Weisheit und dient dem Leben, dem wahren Leben im Einklang
mit Gott. Dieses führt zum Frieden, es ist Frieden. Dieses Tor kann erst
heute für jeden Menschen durchschritten werden, genaugenommen seit Christus
Niederkunft. Aber erst heute ist die Menschheit insgesamt so weit entwickelt,
dass es verhältnismäßig leicht geht, so dass jeder Mensch dieses Tor aus
eigener Kraft finden und durchschreiten kann.
Zur Zeile 8-9: In diesen Zeilen wird dem
Menschen der machtvolle Schlüssel in die Hand gegeben, der darin besteht
die Verantwortung für sein tun (sein Sein) zu übernehmen und sich bewusst
zu entscheiden. Diese Entscheidung muss jeder für sich alleine treffen.
Auch muss er bereit sein, alleine neue Wege zu gehen, sowie altes loszulassen.
Dies ist ein ganz wesentlicher Aspekt, da jeder Mensch für sich allein
eine Metamorphose vollzieht.
Zur Zeile 10-11: Jeder dieser Schritte ist
wie ein Schritt ins Nichts, bei dem man sich an nichts Bekanntem festhalten
kann.
Zur Zeile 12: Wenn wir dies wagen, gelangen
wir in die Ganzheit, wo wirklich Frieden in Form von Liebe durchs Herz
fließt.
Zur Zeile 13: So wird die anfängliche Erkenntnis,
"Frieden (schaffen) geht durchs Herz", mit dem Ziel, "das tatsächlich
Energie des Friedens durchs Herz fließt", eins.
Zur Zeile 14: Und dieses eins-sein vollzieht
sich inhaltlich im Text an dieser Stelle, und auch äußerlich in der Herzform
des Textes, wo die Kräfte in der Spitze des Herzens zusammenlaufen und
eins-sind.
Auszug aus dem Buch:
"Die Herzenswirtschaft", Jörg Bobzin, Verlag Sternen-Wissen, Kiel
http://www.sternen-wissen.de/Buch-Die-Herzenswirtschaft.html
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